Ernst Moser – Kochen ohne Kapriolen

Haubenkoch Ernst Moser
Die Pizzeria Saluti in Matrei ist mehr als nur eine Pizzeria und Ernst Moser mehr als nur ein Pizzabäcker. Gault Millau zeichnete den gebürtigen Lienzer mit zwei Hauben aus, damit hat es der 47-Jährige geschafft, mit dem Saluti als erste Pizzeria Österreichs zwei der begehrten Hauben von Gault Millau zu erhalten.
Ursprünglich wollte Ernst Moser Goldschmied werden, hat aber keine Lehrstelle gefunden. Also trat er in die Fußstapfen seiner Eltern und erlernte in Lienz das Kochhandwerk. Was zunächst noch Handwerk war, wurde unter den Händen Mosers bald zur Kochkunst der gehobenen Klasse. Der Einstieg in die Spitzengastronomie faszinierte Moser – wenig Fett, viele Kräuter und beste Produkte. Es war die Zeit, als sich die kulinarische Welt aufspaltete, in die Schnell- und in die Gourmetküche. Ernst Moser entschied sich für die Haute Cuisine.
Es folgten Stationen im Hotel Central Sölden (2 Hauben), im Hotel Traube in Lienz (1 Haube), im renommierten Hotel Imperial in Wien (2 Hauben), im legendären Wiener Palais Ferstel sowie im Restaurant Mattes (2 Hauben, 1 Michelin Stern). Ernst Moser war Privatkoch bei BILLA-Gründer Karl Wlaschek in Nizza, organisierte die Österreichischen Wochen im New Wordhotel in Hong Kong und kochte im Palais Schwarzenberg (2 Hauben, 1 Michelin Stern) für Showstars, wie Tina Turner.

Gourmetküche ohne Schnick-Schnack

Ernst Moser, mehr als nur ein Pizzabäcker
Karriere und Spitzengastronomie war für den jungen Koch aber nicht alles. Er sehnte sich wieder nach dem Landleben und nach seiner österreichischen Heimat. 1990 kehrte er wieder zurück und ließ er sich in Matrei nieder. Dort führte er zunächst ein Musiklokal, studierte Pädagogik, widmete sich der bildnerischen Kunst und machte nebenbei Pizza. Die Gäste erkannten das kulinarische Potenzial bei dem Multitalent Moser und wollten mehr von der gehobenen Küche.
Das Erfolgsrezept von Ernst Moser: Die spontane Art zu Kochen, ohne Kapriolen, dafür mit feinsten Zutaten und gekonnten Würzmischungen. Und das Erfolgrezept der ersten österreichischen Hauben-Pizzeria: Kein übertriebener „Schnick-Schnack“, vernünftige Preise, die sich jeder leisten kann, und eine persönliche Atmosphäre. (weim)