Interview mit Christian Gölles
1. Welche Trends beobachten Sie gegenwärtig in der Kochszene?
Die Molekularküche ist im Augenblick der Renner, jeder versucht sich anzuhängen und jeder gibt oder besucht einen Molekular-Kochkurs. Meiner Meinung nach werden sich gewisse neue Kochverfahren entwickeln, aber über kurz oder lang wird sich die altbewährte Küche doch wieder durchsetzen.
2. Was würden Sie als die Besonderheiten Ihrer Küche bezeichnen?
Wir versuchen unseren Gästen eine ehrliche Küche zu bieten, das heißt: beste Grundprodukte, regional oder international, und eine sorgfältige Verarbeitung – vielleicht auch noch das Verarbeiten von Wildbrett aus der hauseigenen Jagd.
3. Nennen Sie drei Lebensmittel zu welchen Sie eine besondere Beziehung haben, und begründen Sie dies.
Steirisches Kürbiskernöl – Ich komme aus der Steiermark und bin damit groß geworden. Ein Salat mit steirischem Kürbiskernöl ist für mich einfach was Tolles, Einzigartiges.
Weißer Spargel aus dem Marchfeld – Er ist für mich der Frühlingsbote schlechthin.
Risotto – Ein richtig gutes Risotto zu bekommen ist heute sehr schwer, mal ist es zu hart, mal zu weich, mal mit mehr Milchreis denn mit Risotto usw. Darum mache ich Risotto am liebsten selbst oder freue mich, wenn es meine Frau zu Hause kocht.
4. Was kommt bei Ihnen unter keinen Umständen auf den Teller?
Lebende Krabbeltiere, zum Beispiel Maden, Würmer, Heuschrecken und ähnliches
5. Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Erdäpfel-Vogerlsalat mit steirischem Kernöl und gebackenen Hühnerbruststreifen
6. Was ist für Sie die größte kulinarische Sünde?
Eine Kombination von Zutaten, die nicht zusammen passen bzw. nicht harmonieren, schlecht verarbeitet sind und dann auch noch lauwarm serviert werden – und dazu ein Koch, der davon überzeugt ist, dass dies alles super und die neueste kulinarische Errungenschaft sei.
7. Ihr Konzept für eine ausgewogene Ernährung?
Auf nichts verzichten was einem schmeckt, aber alles mit Maß und Ziel genießen
8. Für welche Länderküche können Sie sich am meisten begeistern?
Frankreich und die französische Küche. Nachdem ich über ein Jahr in Paris gearbeitet und gelebt habe und auch schon seit mehreren Jahren in diesem Land regelmäßig meine Urlaube verbringe wächst meine Liebe zu Frankreich von Jahr zu Jahr.
9. Was würden Sie Kochanfängern mit auf den Weg geben?
Italien bzw. den ganzen mediterranen Raum.
10. Was würden Sie Kochanfängern mit auf den Weg geben?
Kochen muß in erster Linie Spaß machen, nur wer Spaß hat bringt ein gutes Essen auf den Tisch. Man soll sich ruhig etwas trauen und kombinieren, und viel und oft für Freunde und Familie kochen.



