Auf dem Hochseil zwischen Können und Kreativität
Nach einer intensiven Zeit bei Maestro Paul Haeberlein im elsässischen Illhäusern avancierte Witzigmann 1971 im Münchner Restaurant "Tantris" zum Küchenchef. Die Münchner Schickeria war reif für Witzigmann und Witzigmann für München. Er eröffnete im Jahr 1978 sein eigenes Restaurant, die „Aubergine“. Rasch avanciert das Lokal zum Treffpunkt der Gourmets und der feinen Gesellschaft.
Hamlet, der Perfektionist
Die Münchner Schickeria hatte damals Geld, aber nicht unbedingt den feinen Geschmack, den es braucht, um Basilikum von Spinat oder die Wachtel vom Froschschenkel zu unterscheiden. Die Schickeria verlangte Pfeffersteakes mit Pommes, man hielt sich an Bekanntes. Darunter litt der Drei-Sterne-Koch, der Perfektionist, der Entdecker, der geniale Kochkünstler. Rummel, Auszeichnungen und Sterne setzten dem Starkoch zu. Betupft und verschnupft begann er zu schnupfen. Witzigmann bestand auf seinem „Recht auf Rausch“, wie die Autorin Eva Gesine Baur in der Biografie „Hamlet am Herd“ schreibt. Die Behörden hatten an Witzigmanns Schnupferei keine Freude. Die Affäre kostete dem Starkoch 1993 die Restaurant-Konzession. Längst hat sich Witzigmann vom Tiefschlag erholt.
Eckart Witzigmann ruht sich im Küchen-Olymp nicht aus. Seit Februar 2007 ist er Professor an der schwedischen Universität Örebro, der einzigen staatlichen Gastronomie-Universität Europas. An der Restaurant-Akademie in Grythyttan führt Witzigmann den Titel "Professeurde la Cuisine". Daneben wirkt Witzigmann auch als Kolumnist und Gastautor für Zeitschriften, und er tritt in TV-Kochshows als Moderator oder als Gastkoch auf.
Der Geschmack der dampfenden Suppe in die Gegenwart bringen
Eckart Witzigmann






