Märkte, Feste, Feiern

Trüffel sind die Primadonnen unter den Pilzen. Regionen, in denen sie (auf natürliche Weise) gedeihen, sind nicht nur kulinarisch, sondern auch landschaftlich immer einen Besuch wert. Wie auch Gourmets, lieben Trüffeln die Nähe zu Weinbergen. Und ein mediterranes Klima, das auch Urlauber zu schätzen wissen.

Üppiges Opfergeld im Tricastin
Eine der schönsten Trüffel-Regionen im französischen Südosten ist das Tricastin. Einer der berühmtesten Trüffelmärkte findet hier in dem kleinen Dörfchen Richerenches statt: jeden Samstagmorgen zwischen November und März. Dann hängt der schwere Trüffel-Geruch in der Luft. Bis zu vier Tonnen der Knollen wechseln in guten Jahren an einem einzigen Samstag den Besitzer. Der Preis schwankt je nach Angebot extrem und kann von einem auf das andere Jahr bis auf das Vierfache ansteigen. Makler kaufen die Trüffeln und packen sie sofort in ihren Kofferraum. Wenn man das bunte, etwas chaotisch wirkende Treiben hier betrachtet, mag man kaum glauben, dass hier über die Hälfte der Trüffelproduktion des französischen Südostens gehandelt wird. Der hier festgelegte Preis ist der Referenzpreis für Ankäufe der nächsten Woche. Der ortsansässige Pfarrer hofft jeweils am dritten Sonntag im Januar auf einen besonders hohen Ankaufspreis. Seit einem Viertel Jahrhundert feiert man in Richerenches nämlich den Tag des heiligen Antonius, Schutzpatron der Trüffelsucher. An diesem Tag treffen sich die Trüffelsucher um 10.30 Uhr in der Dorfkirche zur Sonntagsmesse. Die Zeremonie beginnt mit dem Einzug der Ritter der Brüderschaft des „schwarzen Diamanten“ in ihrem Ornat. Ein starker Duft verbreitet sich in der ganzen Kirche, aber nicht derjenige von Weihrauch; es ist der Duft von frischen Trüffeln. Während der Messe spenden die Trüffelsucher einen ihrer besten Funde als Opfergeld. Im Festsaal des Dorfes werden die Trüffel für eine Versteigerung im Anschluss gewogen und der Pfarrer darf sich schon dann auf eine üppige Opfergeldeinnahme freuen.

Hier geht es zu den besten Trüffelrezepten der starcookers Spitzenköche...

Trüffel-Fest in Alba
Alba und die Langhe zelebrieren alljährlich eine der wichtigsten kulinarischen Veranstaltungen des Piemonts: Das internationale Fest, das dem kostbaren Tuber Magnatum Pico, dem exklusiven Weißen Trüffel aus Alba, gewidmet ist und das Feinschmecker aus aller Welt erfreut. 2008 beginnt es am 4. Oktober mit der ersten Öffnung des Trüffelmarkts, auch wenn die offizielle Eröffnung erst für Freitag, den 10. Oktober, im Teatro Sociale in Anwesenheit von Prinz Albert von Monaco als Ehrengast vorgesehen ist. Auf mehr als zehntausend Quadratmeter Ausstellungsfläche werden dort die Köstlichkeiten des Piemonts präsentiert.

Trüffel-Wettbewerb in Istrien
Istrien ist eine wichtige Destination für die Liebhaber der delikaten Knolle. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird hier die kulinarische Veranstaltung „Die goldene Trüffel“ begangen. In einem lukullischen Wettbewerb unter prominenten Restaurants Italiens, Österreichs, Sloweniens und weiteren Ländern Europas stehen Kreationen mit Trüffeln im Fokus. Damit soll vor allem den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Trüffeln in der haute cuisine gehuldigt werden. Traditionell wird in Istrien die Trüffel nämlich auf bescheidenen drei Arten zubereitet: durch Reiben über Omelette, über Nudeln (Lasagne, Fuzi oder Gnocchi), über Rumpsteak oder anderes Fleisch. Hauptsache, die Trüffel wird zusammen mit einer warmen Speise serviert. Denn um die edlen Aromen der weißen Trüffel auch richtig zur Geltung bringen zu können, müssen sie einer bestimmten Temperatur ausgesetzt werden. In den vergangenen zehn Jahren hat sich „Die goldene Trüffel“ zum renommierten Gourmet-Festival entwickelt. In diesem Jahr konkurrieren beim Wettbewerb um die Gunst der kritischen Gaumen unter anderem das österreichische Gourmetrestaurant „Taubenkobel“ (Neusiedlersee) und das Team vom belgischen „Danny Horseele“.