Interview mit Toni de Coninck

Autor und Trüffel-Liebhaber Toni de Coninkck
© Uitgeverij Lanoo nv, Belgien

starcookers: Was war der Anlass für Sie, ein Buch über Trüffel zu schreiben?

Toni de Coninck: Eine Idee kommt selten von einem allein und kann auch in den wenigsten Fällen alleine umgesetzt werden. Das gilt erst recht für einen kleinen Markt wie die niederländische Sprache, wo das Buch ursprünglich veröffentlicht worden ist. Ich habe für dieses Buch mit Annemie Dedulle zusammengearbeitet, die in Belgien als „Frau Trüffel“ bekannt ist. Sie importiert die Trüffel und steht in ständigem Kontakt mit allen Spitzenköchen des Landes.

starcookers: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Annemie Dedulle?

Toni de Coninck: Ich hatte Annemie bereits angesprochen, als ich noch in einem Verlag tätig war. Als ich dann anfing, als Journalist zu arbeiten, hat sie mich wieder angerufen. Jetzt war ich ungebunden und hatte ich die Hände frei für eine Zusammenarbeit.

starcookers: Wie genießen Sie Trüffel am liebsten?

Toni de Coninck: Ich habe großen Respekt für die traumhafte Phantasie von Spitzenköchen, aber meiner Meinung nach ist so ein exklusives Produkt wie Trüffel einfach zubereitet meistens am besten. Ich vergleiche das gerne mit dem „Pomme Moscovite“ für Kaviar. Bei Trüffel ist die entsprechende einfache Grundlage: Rührei, frische Pasta und Toast mit gesalzener Butter.

starcookers: Können Sie sich noch daran erinnern, wo Sie zum ersten Mal mit Trüffel in Berührung kamen?

Toni de Coninck: Ganz klar! Es war auf dem Markt in Lalbenque. Dazu muss ich gestehen: Ich erinnere mich, dass ich die Trüffel so gar nicht mochte und dass ich die ganze Nacht krank gewesen bin - nach einer Riesenportion Ei mit Trüffel…

starcookers: Welches ist Ihre favorisierte Trüffel-Region?

Toni de Coninck: Ich glaube, dass ich Umbrien am besten kenne, aber für das Buch war ich zum Beispiel zum ersten Mal in Ascoli Piceno, in der Marche. Ich kannte diese Region an der Adriatischen Küste nicht gut, aber war danach sehr erfreut, sie kennengelernt zu haben.
Nicht nur ein Augenschmaus
© Umschau Buchverlag

starcookers: Was halten Sie von gezüchteten Trüffeln?

Toni de Coninck: Es gibt sehr viele Versuche, Trüffel tatsächlich zu „züchten“ – mit mehr oder weniger erfolgreichem Resultat. Man kann das aber auf keinen Fall vergleichen mit den Unterschieden von zum Beispiel gezüchtetem Lachs und Freimeerlachs. Sie dürfen nicht vergessen, dass die meisten Trüffelgärten sowieso angelegt sind. Geschmacklich merken aber selbst geübte Gaumen keinen Unterschied zu den natürlich vorkommenden Trüffeln.

starcookers: Gibt es eine Trüffelsorte, die Sie besonders schätzen?

Toni de Coninck: Es gibt wirklicht nichts Besseres als die Tuber Magnatum Pico, die weiße Trüffel, die leider auch meist die teuerste ist.

starcookers: Was war der höchste Betrag, den sie jemals für Trüffel ausgegeben haben?

Toni de Coninck: Das könnten Sie am besten Annemie fragen. Sie ist täglich mit An- und Verkauf von Trüffel beschäftigt. Als Privatperson kaufe ich selbst keine frischen Trüffel, sondern verkoste sie am liebsten im Restaurant! Annemie hat aber Kunden die tausende Euros zahlen (und auch zahlen können) für die beste Qualität, die man in Europa finden kann.

starcookers: Ein absolutes No Go in Sachen Trüffel?

Toni de Coninck: Ich habe manchmal von Leuten gehört, die eine teuere schwarze Trüffel kaufen, sie in Wasser kochen und mit Kartoffeln pürieren um ein Kartoffel-Trüffelpüree zu haben. Glauben Sie mir, dafür gibt es wirklich billigere und auch besser geeignete Produkte!

starcookers: Welchem Thema werden Sie Ihr nächstes Buch widmen?

Toni de Coninck: In den folgenden Monaten werden drei Bücher erscheinen: ein Buch über Wellness und Gastronomie, ein Buch über das Kochen mit CO², und ein Reiseführer über Andalusien, eine meine anderen Leidenschaften.

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