Genießergeschichte

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Man geht davon aus, dass Trüffel bereits den Menschen in der Vorzeit bekannt waren. Aus Mesopotamien im dritten Jahrtausend vor Christus stammen die ersten Hinweise auf die raren Knollen. Ein Verehrer der Pilze soll der ägyptische Pharao Cheops gewesen sein. In der Antike kam der Trüffel zum ersten Mal eine größere Bedeutung zu. Griechen und Römer schätzten die Pilze nicht zuletzt als Aphrodisiakum. Ihr seltenes Vorkommen beflügelte die Phantasie der Zeitgenossen. So betrachtete der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrast den Pilz als das leibliche Kind des Donners der Herbstgewitter. Der römische Schriftsteller Plinius sah in der Trüffel Symptome einer Geschwulstkrankheit der Erde. Auch im Kochbuch des römischen Feinschmeckers Apicius wird auf die Trüffel umfassend behandelt. Bis ins frühe Mittelalter hinein wurde die Trüffel geschätzt, selbst der als Asket berühmt gewordene Bischof Ambrosius von Mailand schwärmte für sie. Im Hochmittelalter galt sie dann als vergegenständlichter Inbegriff der Sünde. Erst in der Renaissance besann man sich ihrer wieder und zeigte mit ihr auf der vornehmen Tafel seinen Wohlstand. Der Trüffelertrag sank in vielen Regionen in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten bereits stark, was an der hohen Nachfrage und der daraus resultierenden exzessiven Nutzung der bekannten Bestände liegt. Daher genießt die Trüffel in einigen Gebieten besonderen Schutz und für ihre Ernte sind strenge Reglements zu beachten.