Silvester global

Prosit Neujahr kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie „Es möge gelingen!“.
Um allen Eventualitäten von Beginn an vorzubeugen, finden Sie im Folgenden allerlei Tipps aus aller Welt für den Silvesterabend.

Schuppe: Ein Platzhalter
Wer eine Schuppe des Silvesterkarpfens ins Portemonnaie legt, kann sich in Zeiten der Börsenkrise über eine sichere Geldanlage freuen: Die Schuppe dient als Platzhalter für all die Kröten, die da kommen werden.

Das tut dem Glück kein Abbruch
Kleine Gebäcke sind bei Freunden und Verwandten immer gern gesehen, noch mehr wenn die Möglichkeit eines Glücksfundes gegeben ist: Backen Sie, ähnlich wie beim Basiliusbrot in Griechenland, Münzen in die trojanischen Leckerli ein und hoffen darauf, dass abgebrochene Zähne das Finderglück nicht trüben. Gegebenenfalls erinnern Sie an all den Wohlstand, den der Fund verheißt, um die Situation zu retten.

Synchron-Schlucken
In Spanien wurde eine Methode entwickelt, die das langsame Essen durch eine einfache Regelung erleichtert: Um Mitternacht wird zu jedem Glockenschlag je eine Traube genossen, insgesamt also 12 Stück. Nun ja, langsames Essen schön und gut, aber beim letzten Glockenschlag sollte die letzte Traube den Weg in den Magen angetreten haben, da sonst Unglück droht!


Mochi – mucho Vorsicht!
Es scheint, dass Japaner ein Faible für lebensgefährliche Speisen haben. Die Gefahr, die beim Genuss eines Fugu (Kugelfisch) mitschwingt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber wie ist es mit Mochi? Nein? Nun, Mochi ist ein aus gestampften Klebreis geformter Kloß, der beim erfolgreichen Verzehr ein langes und glückliches Leben verspricht. Ein weniger erfolgreicher Verzehr bedeutet hier: der zähe Knödel bleibt im Halse stecken und beweist somit ad hoc, dass man kein Glück haben wird. Makaber, aber wahr: In Japan gab es leider schon einige Mochi-Opfer und japanische Rettungsdienste raten dringend davon ab!

Rosh Hashana
In jüdischen Familien werden gerne süße Schmankerl wie Honigkuchen oder Äpfel mit Honig verzehrt. Die Süße der Speisen soll Ausdruck für die Süße des kommenden Jahres sein. Auch interessant: Der „gute Rutsch“ leitet sich vom jüdischen Rosh Hashana ab und bedeutet Jahresanfang.

Leise rieselt...
Die Argentinier haben ihre ganz eigene Art, Silvesterschmuck und Recycling zu verbinden: Am letzten Tag des Jahres werden alte Unterlagen durch Schredderung zu Papierschnitzelchen transformiert. Wenn diese „Schneeflöckchen“ anschließend aus den Fenstern der Hochhäuser rieseln, ist das ein Anblick der besonderen Art!

Post Scriptum
Frauen aus Chile, Spanien oder Italien schwören auf die Signalfarbe Rot, um vom Glück gefunden zu werden: am Silvester- und Neujahrstag kommt für „drunter“ nichts anderes als rote Dessous in Frage. Ganz nach dem Motto: Rot, rot, rot sind alle meine... In Kolumbien hingegen sind alle meine Kleider gelb!