Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen

© Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
Die Geschichte des weißen Goldes

Im Jahre 1701 ließ der König von Sachsen – August der Starke –  den unschuldigen Johann Friedrich Böttger festnehmen und in der Meißener Albrechtsburg arrestieren. Der Grund: Böttger galt als Goldmacher, was der Monarch für seine Zwecke zu nutzen gedachte. So begann der Apothekergehilfe Böttger mit seinen Experimenten, die Herstellung von Gold wollte jedoch nicht recht gelingen. Stattdessen entwickelte er gemeinsam mit dem Physiker und Mathematiker Ehrenfried Walter von Tschirnhaus eine völlig neue Substanz, die später auch als weißes Gold bezeichnet werden sollte: das Porzellan.

Missverständnis Zwiebel

Am 23. Januar erfolgte per Dekret die öffentliche Bekanntgabe der Gründung der Porzellan-Manufaktur Meissen als „Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur.“ Die gekreuzten Schwerter, eines der ältesten ständig verwendeten Markenzeichen der Welt, wurde im Jahr 1722 eingeführt. Etwas später, im Jahr 1730, etabliert sich die populärste Meissner Unterglasur, das Zwiebelmuster, welches nach ostasiatischem Vorbild übernommen wurde. Es verdankt seinen Namen einer Fehldeutung, da in dem Dekor eigentlich ein Granatapfel dargestellt wird, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Zwiebel aufweist.

© Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
Turbulente Zeiten

1731 wird schließlich Hofbildhauer Johann Joachim Kaendler Modellmeister der Manufaktur. In den darauf folgenden Jahren entstand das über 2000-teilige Schwanenservice für Heinrich Graf von Brühl. Kaendlers Formensprache ist bis heute prägend.

Nach Ende des Siebenjährigen Krieges ging die Manufaktur 1763 ins Eigentum des Kurfürstentums Sachsen über. 1774 wird Camillo Graf Marcolini Manufakturdirektor, er führte mit einem Stern unter den Schwertern die „Marcolini-Marke“ ein.

Im hundertsten Jahr ihres Bestehens, 1810, droht der Manufaktur aufgrund wirtschaftlicher Probleme die Schließung. Diese kann jedoch abgewendet werden. 1851 nimmt Meissen mit Prunkvasen, Gefäßen und Figuren an der Ersten Weltausstellung in London Teil, später auch in Paris und Chicago.

1907 wird schließlich der berühmte Dresdner Fürstenzug eingeweiht, der das sächsische Herrschergeschlecht der Wettiner darstellt. Die Wandgestaltung zählt 25.000 bemalte Porzellanplatten. Im selben Jahr wird das Museum für Meissener Porzellan eröffnet.




© Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
Im Sozialismus

1945 wird Manufaktur-Direktor Max Adolf Pfeiffer, dessen Schaffen als „Pfeiffer-Zeit“ in die Betriebsgeschichte einging, von den Nationalsozialisten entlassen. Anfang der fünfziger Jahre geht die Manufaktur ins Volkseigentum der DDR über, zuvor war sie kurzzeitig Mitglied der „Vereinigung Volkseigener Betriebe Keramik.“  

In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich die Künstlergruppe „Kollektiv Künstlerische Entwicklung,“ der Ludwig Zepner, Peter Strang, Heinz Werner, Rudi Stolle und Volkmar Breitschneider angehörten. Sie prägten den Meissen-Stil der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Meissen heute

Seit 1991 existiert das Unternehmen in der Rechtsform der GmbH, einziger Gesellschafter ist der Freistaat Sachsen.

Im Jahr 2000 wird am Bahnhof Dresden-Neustadt ein 90qm großes Wandbild eingeweiht, welches „Sachsens schönste Schlösser, Burgen und Gärten“ als Motiv hat.

Im Jahr 2008 jährte sich die Erfindung des europäischen Hartporzellans zum 300. Mal.