Die andere Seite der Medaille oder: Das Märchen von der Maischolle

Experten versuchen, seit langem vergeblich, mit der Nachricht durchzudringen, dass die Scholle nicht im Mai von bester Qualität ist, sondern vielmehr im Juli und August am besten schmeckt. Bereits vor einigen Jahren hat der Verband des Lebensmittel-Einzelhandels eine marketingstrategische Wende gefordert und setzte auf die Durchsetzung der so genannten Sommer-Scholle.

Frau Dr. Maria Koch (verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei "Deutsche See") meint dazu: „Maischollen sind Schollen, die sich durch das Laichen und die Wanderung noch nicht restlos erholt haben und noch keine oder nur sehr wenige Fettreserven angesammelt haben. Der Begriff Maischolle wurde einst erfunden, um den Fischhandel mit Schollen im Frühjahr anzukurbeln; die mit Abstand besten Schollen gibt es jedoch ab Juli.“

Dem Ruf der Maischolle hat diese eher leise Initiative nicht geschadet. Denn gerade weil die frühe Scholle sehr zartes Fleisch hat, ist sie bei Vielen besonders beliebt. Auch hier bewahrheitet sich also wieder das altbekannte Motto: Geschmäcker sind eben verschieden!