Brigitte Kaufmann im Gespräch mit starcookers

Brigitte Kaufmann, Villach AT
1. Frau Kaufmann, Sie haben beim starcookers Gourmet Award 2009 den zweiten Platz belegt – nochmals herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt es sich an unter den Top 3 zu sein? 

Es ist wunderbar und verstärkt das Gefühl, das Richtige zu machen, z. B. dass ich schon immer auf Fertigprodukte verzichte und alles selber mache, auch wenn das wesentlich mehr Arbeit bedeutet.

2. Sie sind als einzige Frau unter die besten Zehn gekommen und wurden dann Zweitplatzierte. Waren Sie verwundert, als Sie von Ihrem Status als einzige Frau erfuhren?

Ehrlich gesagt, war ich schon sehr verwundert, überhaupt unter den ersten 10 zu laden und dann auch noch die einzige Frau zu sein, hat mich noch mehr erstaunt. Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Frauen vertreten waren!

3. Haben Sie schon einen Platz, wo Sie die Trophäe aufstellen werden?

Bei uns im Restaurant. Ich bin aber noch auf der Suche nach einer kleinen Vitrine um sie besser zur Geltung zu bringen.

4. Kommt es vor, dass Sie privat Rezepte von Kollegen ausprobieren?

Natürlich – ich koche privat auch sehr gerne und probiere auch Rezepte von Kollegen aus, allerdings wandle ich sie oft etwas ab.

5. Auf welchen Küchenhelfer könnten Sie niemals verzichten?

Ein wirklich gutes, scharfes Messer finde ich sehr wichtig! Und dann natürlich die richtige Pfanne . . .

6. Sie sagten einmal, dass ihr Lieblingsgericht je nach Saison und Laune wechselt: gibt es im Moment ein bevorzugtes Gericht?

Im Moment bevorzuge ich Gerichte, die sich mit Tomaten und Avocados zubereiten lassen. Das schmeckt für mich so sommerlich! Außerdem liebe ich die frischen Eierschwammerl (Pfifferlinge), die es bei uns schon gibt.

7. Ihr beruflicher Werdegang umfasst unter anderem Hotelmanagement, Tourismus und Unternehmensführung. Alles Bereiche, die für ein erfolgreiches Restaurant nützlich sein können. Wann war für Sie klar, dass Sie ein Restaurant eröffnen wollen?

Ich hatte eigentlich nie geplant, selbständig zu werden. Aber als wir, mein Mann und ich,  vor mittlerweile 20 Jahren ein Hotel mit Restaurant („Zur Post“ in St. Gilgen am Wolfgangsee) zur Pacht angeboten bekamen, waren wir von dem Flair dieses Hauses – über 500 Jahre alt mit dicken Wänden, Gaststuben mit Kachelöfen usw. –  so begeistert, dass wir ganz spontan zugesagt haben.  Und die meisten Kurse und Lehrgänge habe ich dann parallel dazu besucht. Es war also eher ein „learning by doing“. Nach 3 Monaten bin ich von der Rezeption in die Küche gewechselt und habe dort schrittweise meine Vorstellungen von „meiner Küche“ verwirklicht, obwohl ich den Beruf „Kochen“ nie gelernt habe – allerdings ist Kochen schon seit meiner Jugend eines meiner liebsten Hobbys gewesen.

8. Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie in nächster Zeit?

Ich möchte unser Restaurant mit meinem Mann weiterhin erfolgreich führen. Und noch mehr Augenmerk auf die regionale Herkunft und Qualität unserer Grundprodukte legen. Vielleicht schaffe ich es auch, ein Kochbuch zusammenzustellen, was sich viele unserer Stammgäste schon lange wünschen.