Annatina Pelizzatti - Weinbau Annatina Pelizzatti

Als Kind wollte Annatina Pelizzatti Bauer werden – nicht etwas Bäuerin! Die Arbeit unter freiem Himmel zog sie dem Kochen und Waschen schon immer vor. Heute baut sie auf ihrem kleinen Weingut in Jenins in Graubünden einen ausgezeichneten Pinot Noir an, der mittlerweile zu den besten der Schweiz zählt. 

Das Interview

starcookers: Was ist das besondere, was Ihren Wein auszeichnet?

Annatina Pelizzatti:Mein Betrieb ist sehr klein ( 3 ha / 15 000 Flaschen pro Jahr ). Dadurch kenne ich meine Reben bestens. Durch viel Handarbeit erhalten wir, sofern es das Wetter zulässt, optimal reife Trauben, die fast ohne Ausnahme im Holzfass reifen.

starcookers: Der Weinbau ist eine eher männliche Domäne – woher kommt das? Hat man es als Frau schwerer?

Annatina Pelizzatti: Die Arbeit ist körperlich sehr streng. Auch muss frau sich mit diversen Maschinen auskennen und umgehen können. Das schreckt viele Frauen längerfristig ab.

starcookers: In den letzten Jahren hat die Klimaveränderung den Weinbau vielerorts stark beeinträchtig. Sind auch bei Ihnen die Auswirkungen spürbar?

Annatina Pelizzatti: Um diese Frage seriös beantworten zu können, müsste ich mehr über vergangene Jahre wissen. Ich betreibe Weinbau erst seit zwölf Jahren, das ist eine verschwindend kleine Zeitspanne. Meine Eltern und Grosseltern haben zwar von verschiedenen Jahren erzählt, aber es gab immer schon Wetterkapriolen, deren Ursachen damals nicht bekannt waren.

starcookers: Wie kamen Sie zum Wein?

Annatina Pelizzatti: Meine Eltern und auch schon deren Vorfahren betrieben einen gemischten Landwirtschaftsbetrieb mit Rebbau. 1992 haben wir das Vieh verkauft, seither konzentrieren wir uns nur noch auf die Reben. Ich bin Autodidaktin, ursprünglich habe ich eine Beruflehre bei der Post im Büro gemacht. Über Umwege bin ich aber 1997 zu Hause eingestiegen und habe den Betrieb übernehmen können.

starcookers: Wie verläuft ein ganz normaler Arbeitstag einer Winzerin?

Annatina Pelizzatti: Aufstehen, Kaffee trinken...
Mein Tag beginnt mit Kinder wecken, ich habe zwei Töchter. Danach geht es in die Reben. Januar bis Oktober fallen da die meisten Arbeiten an. Bei Regen wird im Keller der Wein gepflegt. Am Abend kommen meistens noch Kunden Wein abholen, nach dem Nachtessen warten der Schreibtisch und Hausarbeiten.

starcookers: Gibt es Vorzüge anderer Weinbauregionen, die Sie sich auch wünschen würden?

Annatina Pelizzatti: Nein. Ich kann mir auch nach verschiedenen Reisen in andere Weinbaugebiete keinen schöneren Flecken Erde vorstellen.

starcookers: Welche Pläne hat Ihr Weingut in der nächsten Zeit?

Annatina Pelizzatti: Mit viel Einsatz jedes Jahr von neuem charaktervolle Weine zu erzeugen
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starcookers: Haben Sie einen Lieblingswein?

Annatina Pelizzatti: Im Frühjahr und Sommer liebe ich frischen Riesling aus der Pfalz oder dem Rheingau. Im Herbst und Winter bevorzuge ich gerbstoffbetonten Syrah oder Grenache aus Südfrankreich, einen Piemonteser oder aber etwas aus dem Priorat. Und immer wieder Pinot noir!

starcookers: Frau Pelizzatti, wir danken Ihnen für das Interview.