Waldmeister – Was Sie über ihn wissen sollten

Bis der Waldmeister so üppig wächst, braucht es Zeit © weim
Der Waldmeister, gelegentlich auch Maikraut genannt, ist eine mehrjährige Pflanze mit vierkantigen Stängeln und Blättern, die in Qirlen angeordnet sind. Die kleinen weißen und glockenförmigen Blüten stehen im Gipfelstrauß. Ende April bis Mitte Mai entwickelt sich der Waldmeister zu einem niedrigen buschigen Polster. Schon von weitem erkennt man ihn an seinem aromatisch-blumigen Duft. Die Freude währt aber nicht lange, denn schnell verwelkt das Kraut wieder. Den intensivsten Geschmack hat der Waldmeister vor der Blüte, danach wird er rauh und ist dann auch weniger aromatisch. Die Pflanze liebt die Nachbarschaft mit anderen Gewächsen und ist häufig in Laubwäldern zu finden. An einem halbschattigen Platz fühlt sich der Waldmeister besonders wohl und versprüht jedes Jahr im Mai seinen fein-süßlichen, intensiven Duft. Wer ihn im eigenen Garten anbauen will, muss Geduld haben, denn die Pflanze breitet sich nur langsam aus.

Verwendung in der Küche

Waldmeisterbowle © weim
Wer schon etwas älter ist, hat aus den Kindertagen sicherlich noch den typischen Geruch der Waldmeisterlimonade in der Nase. Heute kennt man dieses Frühlingskraut fast nur noch als Beigabe zur Maibowle. Waldmeister kann aber noch mehr. Der typische Geschmack korrespondiert gut mit Eis und Sorbets und das blumig-frische Aroma eignet sich bestens für Desserts, wie Götterspeisen oder Cremes.

Wirkung

In der Blütezeit nimmt das Aroma ab. © pixelio.de/M.E.
Für den feinen Geruch der Pflanze ist das Kumarin verantwortlich, das beim Trocknen abgespalten wird. Dieser Stoff, der den Waldmeister vor allem als Duftpflanze beliebt macht, kann bei Verzehr beschwingend wirken oder gegen Kopfschmerzen helfen. Gleichzeitig wird dem Kumarin eine hemmende Wirkung der Blutgerinnung zugeschrieben. Wird dieses Kraut in größeren Mengen verzehrt, können Kopfschmerzen und Schwindelgefühle ausgelöst werden. Wegen des geringen Gehalts an Kumarin ist der normale Verzehr der Pflanze aber unbedenklich. Als Tee getrunken wirkt Waldmeister nierenstärkend und krampflösend. In Säckchen eingenäht dient er als Duftkissen und erweist gute Dienste gegen Motten.

Waldmeister im Volksglauben

© weim
Waldmeister könne vor Dämonen schützen, so glaubte man, auch würden sich Hexen durch eine Waldmeistermischung vertreiben lassen. In Brandenburg wurde von der Jugend an Pfingsten das Möskefest (Waldmeisterfest) gefeiert. Aus dem Kraut wurden Kränze gebunden und der Altar in der Kirche damit geschmückt. (weim)