Thymian – Was Sie darüber wissen sollten

Thymian würzig bis pikant
Der Thymian, auch "Quendel" genannt, ist in Mittel-, Ost- und Südeuropa beheimatet. Man findet ihn an hellen Standorten mit sandigen, durchlässigen und nähstoffarmen Böden. Es gibt viele unterschiedliche Sorten dieses Lippenblütlers, etwa den Kümmelthymian und den Orangenthymian. Der mehrjährige Strauch verholzt im Laufe der Jahre im unteren Bereich und bildet eine krautige Spitze mit den typischen, kleinen Blättern. Thymian sollte noch vor der Blüte geerntet und dann getrocknet werden. So entwickelt sich sein Aroma am besten. Wer ihn lieber frisch verwendet, kann ihn bis in die Wintermonate hinein ernten.

Verwendung in der Küche

Aus der mediterranen Küche ist Thymian als Würzmittel nicht mehr wegzudenken, in den Kräutern der Provence ist er Hauptbestandteil und auch in der nordischen Küche konnte dieses Kraut, auch Wurstkraut genannt, seinen Platz behaupten. Thymian unterstützt die Verdauung und passt daher besonders gut zu fetten Speisen. Öl und Essig werden durch den würzigen Geschmack bereichert, Wild bekommt eine kräftige Note, und Kartoffeln erhalten einen deftigen Geschmack. Der Thymian kann aber auch den Eigengeschmack der Grundzutaten unangenehm übertönen, daher sollte er mit Fingespitzengefühl verwendet werden, besonders bei Fisch, hellem Fleisch und Sommergemüse. Wenn der Thymian zu lange mitgekocht wird, entwickelt er einen unangenehmen Geschmack.
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Wirkung

Thymian ist der Tausendsassa unter den Kräutern. Er wirkt schleimlösend, antibiotisch und hemmt Entzündungen. Man kann ihn zur Stärkung der Verdauung und gegen Blähungen einsetzen. In der Frauenheilkunde ist er beliebt durch seine krampflösende Wirkung, außerdem soll er den weiblichen Zyklus regulieren. Beim Gebrauch des Thymians sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, er kann als Würzkraut, Öl, Salbe, Saft, Tee und Dampfbad verwendet werden.

Thymian im Volksglauben

Die Griechen schätzten den Thymian als Räucherpflanze und die Römer glaubten an seine aphrodisierende Wirkung. Im Mittelalter diente die Pflanze bei religiösen Ritualen als Halluzinogen. (weim)