Spitzwegerich – Was man über ihn wissen sollte

Der König der Wege
Der Spitzwegerich säumt Wege und Wiesen, man findet ihn aber auch häufig im Ödland und an Gräben. Er ist eine der unauffälligsten Pflanzen in der Natur, ist aber in seiner Wirkung nicht zu verachten. Das Wort "Wegerich" leitet sich aus dem Althochdeutschen "wega" (Weg) und "rih" (König) ab, so könnte man ihn auch als König des Weges bezeichnen. Im Frühjahr treibt das Kraut lanzenförmige Blätter aus, die in einer Rosette angeordnet sind. Der Stengel wächst gerade und ohne Verzweigungen, oben sitzt die braune Blüte in Ährenform. Man kann den Spitzwegerich das ganze Jahr über sammeln, selbst an schneefreien Wintertagen.

Verwendung in der Küche

Wildkräutersalat
Der Spitzwegerich ist nicht zuletzt wegen des hohen Kalium- und Vitamin-C-Gehalts und der verdauungsunterstützenden Wirkung für die Verwendung in der Küche interessant. Um das Vitamin-C zu erhalten, sollten die Blätter jedoch bereits vor der Blüte gesammelt und nicht erhitzt werden. Zum Aufbrühen als Tee werden die Blätter schonend getrocknet, als Gemüse oder Salat werden sie frisch verwendet. Spitzwegerich hat einen frischen, wild-herben Geschmack, der etwas an Apfel erinnert. Für den Salat sollte man jüngere Blätter verwenden, die Blätter der größeren Pflanze können knusprig gebraten, gedünstet oder entsaftet werden.

Wirkung

Die Blätter und Wurzeln des Spitzwegerichs bieten zahlreiche Möglichkeiten der Anwendung für Atemwege, Schleimhäute und Haut. Die Pflanze wirkt antibakteriell und lässt sich daher bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie der Haut einsetzen. Die Schleimhäute werden mit einer schützenden Schicht überzogen, dadurch wird der Heilungsprozess beschleunigt. Der Spitzwegerich ist aber auch für die Verwendung in der Küche interessant, denn er wirkt sich positiv auf die Verdauung aus, regt den Stoffwechsel an und hilft beim Abnehmen.

Spitzwegerich im Volksglauben

© pixelio/Herrkern
In den mageren Krieg- und Nachkriegszeiten sammelten Mütter das Kraut, zogen die Blätter auf Fäden auf, um sie zu trocknen, und heilten damit allerlei Beschwerden ihrer Kinder. Das Wissen über die Heilwirkung des Sptzwegerichs ist aber schon mehrere tausend Jahre alt. Der Same mit Wein getrunken, würde den Bauchspeichelfluss mildern, das Blutspeien aufhalten und den Appetit anregen, glaubte schon der griechische Pharmakologe und Arzt Pedanios Dioskurides. Plinius der Ältere empfahl den Saft des Wegerichs gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche und Hildegard von Bingen glaubte, Spitzwegerich als Einlauf verabreicht wirke gegen Liebeszauber. (weim)