Dill – Was Sie darüber wissen sollten

Dill in der Sommerküche
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Gurke und Dill passen gut zueinander, nicht nur im Garten sondern auch in der Küche. Diese Kombination der beiden ist der Inbegriff einer frischen und leichten Sommerküche.

Die einjährige Dillpflanze, die bis zu einem Meter hoch werden kann, hat einen hohen, aufrechten Stängel, der sich oben verzweigt. Die feinen, fadendünnen Blätter sind gefiedert und ähneln in Geschmack und Aussehen dem Kraut des Fenchel. Die Blütendolden sind breit verzweigt, die Blüten sehr zierlich.

Man kann sowohl die Blätter als auch die Samen der Pflanze verwenden. Um den Sommer über immer wieder frisches Grün zu bekommen, bieten sich mehrere Folgesaaten an. Findet der Dill im Garten ein sonniges Eck, breitet er sich immer wieder aufs neue aus. Am besten schmecken die fädrigen Blätter kurz bevor sich die Blüte entwickelt.

Der Dill, oder wie man in Österreich sagt "die Dille", gehört zur Familie der Doldenblütler. Ursprünglich in Zentralasien beheimatet, gelangte er im 3. Jahrhundert nach Europa und zierte dort unter anderem den Garten von Kaiser Karl des Großen.

Dill hat sich als beliebtes Würzkraut in Deutschland, in den baltischen Ländern und in Skandinavien etabliert, in der mediterranen Küche ist er aber nahezu unbekannt.

Verwendung in der Küche

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Dill hilft als Tee, als Sitzbad oder als Kompresse bei unterschiedlichen Beschwerden. Die meiste Verwendung findet er aber nach wie vor als Würzkraut in der Küche. Man kennt Dill vor allem im Gurkensalat, er fügt sich aber auch hervorragend in Salat, Joghurt, Mayonaise, Tofu, Essig und Fisch ein.

Das Aroma des Dills ist unverkennbar, dadurch lässt er sich auch von anderen, ähnlichen Gewächsen unterscheiden. Der leicht holzige Duft und der kräftig-würzige Geschmack verleiht Gerichten eine besondere Frische. Die ätherischen Öle, die für Duft und Geschmack verantwortlich sind, verflüchtigen sich jedoch sehr rasch, daher sollte das Kraut nicht in der Küche liegen bleiben, sondern schnell verarbeitet und am besten nicht erhitzt werden.

Weitgehend unbekannt ist, dass auch mit dem Samen der Dillpflanze spannende Geschmackskombinationen möglich sind. Man erntet ihn kurz bevor er sich an den Blütendolden braun färbt und trocknet ihn. Anschließend kann er problemlos in einem dunklen, verschlossenen Gefäß aufbewahren werden. In ganzen Körnern oder gemahlen unterstreicht er den Geschmack von Salaten, gibt Fleischgerichten eine besondere Würze und verleiht dem selbstgebackenen Brot eine interessante Note. Er eignet sich zum Einlegen von Gurken und zum würzen des Schweinebratens. Natürlich kann man Dillsamen auch auf ganz herkömmliche Weise mit kochendem Wasser überbrühen und diesen Tee bei Magenverstimmungen trinken.

Wirkung

Mit seinen Blättern und dem Samen ist der Dill eine kostbare Heilpflanze. Die ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd und krampflösend. Dill unterstützt das Immunsystem und wirkt bei Magenverstimmungen und Blähungen.

Dill im Volksglauben

Dillsamen bietet in der Küche spannende Möglichkeiten
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Man hat dem Dill von jeher eine stärkende und belebende Wirkung zugeschrieben. Gladiatoren im alten Rom nahmen vor dem Kampf eine Dillspeise zu sich, um sich zu stärken. Ein Sträußchen Dill an der Türe sollte vor Menschen schützen, die Böses im Sinn hatten, und wenn eine Frau in der Ehe das Sagen haben wollte, brauchte sie zum Hochzeitstag nur Dillsamen in die Brautschuhe geben. Ihr Mann hingegen hegte ganz andere Gedanken. Er ließ sich den Dill im Wein schmecken, von dem er sich, so ganz nebenbei, eine potenzsteigernde Wirkung erhoffte. (weim)