Brennnessel – Was Sie darüber wissen sollten

Königin unter den Heilpflanzen ©weim
Mit dieser scharf-brennenden Pflanze hat wohl jeder schon einmal Bekanntschaft gemacht und manch einer macht lieber einen großen Bogen um die Brennnessel – eigentlich schade, denn sie ist die Königin der Heilpflanzen. Die Brennnessel ist überaus anspruchslos und kommt, mit Ausnahme der Permafrostregionen, praktisch überall vor. Sie liebt stickstoffhaltige Böden und kann sich, wenn sie sich einmal an einem Standort wohlfühlt, wunderbar behaupten. Durch ihre borstigen und brennenden Haare ist die Brennnessel bei Gärtnern nicht überaus beliebt. Nicht selten rücken ihr Grundstücksbesitzer mit rigorosen Maßnahmen nahe, um sie ein für alle Male auszurotten. Man sollte sich aber durchringen, ihr in einem Eck des Gartens einen Raum zu lassen, denn nicht nur viele Schmetterlingsarten sind auf die Brennnessel angewiesen, auch für andere Tiere und besonders für den Menschen erweist sie viele wertvolle Dienste.

Verwendung in der Küche

Es lohnt sich, die Brennnessel in die Küche zu holen
Die jungen Blätter der Brennnessel verleihen nicht nur einen herb-würzigen Geschmack, sie versorgen unseren Körper auch mit dem lebenswichtigen Vitamin C, mit Eisen und Magnesium. Vergessen Sie ihre Aneigung gegen dieses Gewächs und beleben Sie mit der Brennnessel Ihre Frühlingsküche. Wenn man die Brennnesselblätter sehr jung erntet, dann haben sie ihre brennenden Nesselhaare noch nicht ausgebildet, zur Not verschafft ein Handschuh Abhilfe. Die brennende Wirkung lässt bereits kurze Zeit nach der Ernte nach und verschwindet ganz beim Kleinschneiden, trocknen oder blanchieren. Die Brennnessel kann man im Zusammenhang mit Frühjahrskuren als Tee verwenden. Sie eignet sich aber auch hervorragend zur Zubereitung wie Spinat und als Beigabe zu frischen Salaten mit Joghurtsauce. Delikat ist auch das Brennnessel-Bärlauch-Gratin mit Kartoffeln und Sahne oder der Kartoffelkuchen im Blech mit kleingeschnittenen Brennnesselblättern.

Wirkung

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Bakterien stehen mit  Brennnesselblättern auf Kriegsfuß, sie können sich darauf schlecht vermehren. Daher waren zu früheren Zeiten die Blätter beliebt, um damit Lebensmittel, beispielsweise Butter oder Käse, frisch zu halten. Heute gilt die Brennnessel nicht mehr als lästiges Unkraut, denn sie enthält viele wirksame Bestandteile, wie Vitamin C, Eisen, Calium- und Kaliumsalze, Magnesium und vieles mehr. Man schätzte zu allen Zeitung dieses Kraut zur Anwendung bei Haarausfall, bei Erkrankungen der Harnorgane, bei Wechseljahrbeschwerden, bei Blutarmut und Erschöpfung sowie zur Vorbeugung von Skorbut. Wissenschaftler bezeichnen sie gar als Königin der Heilpflanzen. Es lohnt sich also, einen Blick drauf zu wenden, wie dieses königliche Gewächs unsere Speisen adeln könnte.

Die Brennnessel im Volksglauben

Die Brennnessel am Gründonnerstag als Gemüse zu essen, so glaubte man, könne ein Jahr lang vor Geldnot schützen und fünf Brennnesselblätter in der Hand zu halten, solle helfen, einen kühlen Verstand zu bewahren. (weim)